Category: Warum ich meinen

Was “ganz normal” bedeutete, erfuhr ich anderntags von einer Freundin, deren Sohn schon im vergangenen Jahr das Tanzen am Donnerstag erlernt hatte. “Du musst dich spätestens um 6 Uhr früh am Anmeldetag anstellen. Man wartet im Schnitt neun Stunden. Nimm dir am besten einen Schemel mit und Proviant. Nur die ersten 80 bekommen einen Platz in dem Kurs. Letztes Jahr musste die Straße gesperrt werden.” Ich staunte und fragte nach: “Neun Stunden stehen da die Mütter und Väter, um ihre Kinder in den Donnerstagskurs zu bekommen?” Die Freundin lachte, “Schätzchen”, sagte sie, “ja, unsereins steht sich dort die Füße platt, die anderen schicken Chauffeure, Haushälterinnen oder Kinderfrauen.” Der Fairness halber sei erwähnt, dass nicht alle in dem “High-Libido-Dossier” (“Times”) sexistisch oder unmoralisch gehandelt haben. Die Liaison von Innenministerin Amber Rudd mit dem Kollegen Kwasi Kwarteng war allgemein bekannt, und beide machten daraus kein Geheimnis. Sie taucht dennoch auf in diesem Dokument ebenso wie der für den Norden zuständige Minister Jake Berry, der nach seiner Scheidung ein Kind mit einer Mitarbeiterin bekam. Um Pünktlichkeit und Servicequalität in den Griff zu bekommen, hat der Konzernvorstand um Bahnchef Richard Lutz ein Programm “für eine bessere Bahn” aufgesetzt und im November dem Aufsichtsrat vorgestellt. Am 15. Januar soll Lutz das Maßnahmenpaket Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei einem Treffen erläutern. Dieser hatte zum Jahreswechsel gesagt, er wolle “hören, wie wir zügig zu merklichen Verbesserungen früh in 2019 kommen”.